Protest um Schloss Elmau: “Sieben Hanseln zerstören die Welt”

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Barack Obamas Biergarten-Begegnung mit Bürgern – alles nur Show? Angela Merkels Mantra vom “guten Leben” für alle Menschen – verlogen? Das Versprechen für eine bessere Welt – Heuchelei?

Die Demonstranten rund um den G7-Gipfel in Schloss Elmau würden diese Fragen mit Ja beantworten. Sie sehen in der Globalisierung vor allem Ausbeutung, sie werfen den Industrienationen Kriegstreiberei, das Schüren von Umweltproblemen und Flüchtlingsströmen vor. Es sind Alte, Junge, Familien, Studenten, die an diesem Wochenende gegen den Gipfel protestieren. Was sie eint, ist tiefer Frust über das “Treffen der Eliten”, wie ein Demonstrant das Polit-Spektakel nennt.

Zwar fielen die Proteste kleiner aus als erwartet, doch in Garmisch-Partenkirchen, Luftlinie etwa zehn Kilometer von Schloss Elmau entfernt, hält sich ein hartnäckiges Bündnis der Gipfelgegner – trotz riesigen Polizeiaufgebots und Unwetters. Am Sonntag wollen sie in die Nähe des Sperrzaunes marschieren, der den Tagungsort abriegelt.

Warum sind sie angereist, und was wollen sie? “Ich kann mir nicht vorstellen, dass die G7 es gut mit den Menschen meinen”, sagt ein Demonstrant. Viele regen sich über die Russlandpolitik des Westens auf, den Handelspakt TTIP, über Gentechnik. Und über Themen, die gar nicht auf der Gipfelagenda stehen, wie die Hebammen-Reform, steigende Mieten oder Legehennen. Aber für die Demonstranten sind all das Symptome einer Welt, die von den G7 geprägt wird.

Eine Windpark-Gegnerin aus Mexiko, ein Pazifist aus Berlin, ein Punker-Pärchen, das die Polizisten lobt: So bunt, so verärgert, so schräg ist der Protest um G7. Klicken Sie sich durch die Bilderstrecke mit 15 Demonstranten im Kurzporträt.

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